Freitags in der Mittagspause packt mich plötzlich die Sehnsucht nach der Ostsee. Was tun? Ich bitte um zwei Tage Urlaub (Danke Halbchefin!) und Frage bei der von mir bevorzugten Fewo auf Rügen an. Ne Stunde später steht fest, Ostsee ich komme!
Und so fülle ich nach Feierabend den Koffer mit den wärmsten Klamotten, denn das Wetter verspricht mit Minustemperaturen und starken Ostwind saukalt zu werden.
Was ich dann in diesen drei Tagen erleben sollte, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nich vorstellen können.
Die erste Überraschung erwartet mich schon bei Ankunft, der Bodden ist zugefroren.


Mich hält natürlich nix in der Fewo, ich fahre nach Göhren an den Südstrand. Ein breiter Streifen Wasser ist gefroren, dahinter tummeln sich janz schöne Wellen. Und alles, was irgendwie mit Wasser in Berührung kommt, ist mit ner dicken Eisschicht überzogen. WOW! Selbst der eiskalte Ostwind kann mich nich davon abhalten, immer wieder staunend stehen zu bleiben.





Am nächsten Tag zieht es mich nach Sassnitz. Da es ziemlich stürmisch ist, hoffe ich auf Bilder vom Wellen umtosten Sassnitzer Leuchtturm. Und mein Ausharren in der Kälte wird belohnt.










Am nächsten Tag hoffe ich nochmal auf so tolle Bilder vom Leuchtturm in Sassnitz. Aber obwohl der Wind noch heftiger pustet als am Vortag, wollen die Wellen nich so richtig mitspielen. Also packe ich meine Kamera und mich zum Warm werden ins Auto und fahre nach Sellin. Als ich an der Himmelsleiter vor der Seebrücke stehe, bleibt mir ja fast die Spucke weg. So weit das Auge reicht ist die Ostsee zugefroren. Und wieder stehe ich staunend da, es fällt schwer, sich diesem Anblick zu entziehen. Es ist total irreal.






Der Abschied fällt mir unglaublich schwer, und so zieht’s mich, bevor ich mich auf die Socken Richtung Heimat mache, nochmal nach Sassnitz. Und da, wo am Vortag noch die Wellen ihre eisige Gischt über die Mole geweht haben, ist auch hier jetzt alles zugefroren.




Die Ostsee hat sich über Nacht in Eis gehüllt. Keine Bewegung, kein Wellenrauschen. Nichts als eisige weiße Stille. Dazu scheint die Sonne vom blauen Himmel, keine Wolke unterbricht das Funkeln auf dem Eis. Eine Szenerie, die einen magisch anzieht. Faszinierend, unwirklich und unfassbar schön.
Froh meiner Sehnsucht so spontan nachgegeben zu haben, bin ich dankbar, dass ich dieses grandiose Naturschauspiel erleben durfte.